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Ratgeber · Technik

CADR-Wert verständlich erklärt

Aktualisiert: Juni 2026 · Lesezeit: 8 Min.

Wenn Sie einen Luftreiniger kaufen, stoßen Sie unweigerlich auf drei Buchstaben: CADR. Es ist die wichtigste Kennzahl überhaupt — und gleichzeitig die am häufigsten missverstandene. Hersteller werben mit beeindruckenden Quadratmeter-Angaben, doch erst der CADR-Wert verrät, wie schnell ein Gerät die Luft in Ihrem Raum tatsächlich säubert. In diesem Ratgeber erklären wir, was sich hinter der Zahl verbirgt, wie Sie mit einer einfachen Faustregel die richtige Leistung bestimmen und warum die Luftwechselrate für Allergiker entscheidend ist.

Was CADR bedeutet

CADR ist die Abkürzung für Clean Air Delivery Rate, zu Deutsch etwa „Reinluftleistung". Der Wert gibt an, wie viel saubere Luft ein Gerät pro Stunde ausgibt — bei uns meist in Kubikmetern pro Stunde (m³/h), in den USA in Kubikfuß pro Minute (CFM). Das Besondere: CADR ist kein reiner Luftdurchsatz, sondern berücksichtigt zugleich, wie gut der Filter arbeitet. Ein Gerät, das viel Luft bewegt, aber schlecht filtert, erreicht trotzdem nur einen niedrigen CADR.

Konkret: Ein CADR von 300 m³/h heißt, dass das Gerät pro Stunde 300 Kubikmeter weitgehend partikelfreie Luft liefert. Damit der Wert vergleichbar ist, wird er nach genormten Verfahren (etwa AHAM AC-1 oder dem chinesischen GB/T-Standard) gemessen. Wichtig zu wissen: Hersteller geben den CADR häufig für unterschiedliche Partikel an — Pollen, Staub und Rauch. Rauchpartikel sind am kleinsten und am schwersten zu filtern, deshalb ist der Rauch-CADR der ehrlichste Vergleichswert.

CADR vs. Raumgröße — die Faustregel

Die Quadratmeter-Angabe auf der Verpackung allein sagt wenig aus, weil sie oft auf einem einzigen Luftwechsel pro Stunde beruht — für saubere Luft viel zu wenig. Verlässlicher ist diese Faustregel:

Der CADR-Wert (in m³/h) sollte mindestens dem 2- bis 3-fachen Ihrer Raumfläche (in m²) entsprechen.

Für ein 20 m² großes Schlafzimmer bedeutet das einen CADR von rund 120–180 m³/h, für ein 40 m² Wohnzimmer eher 240–360 m³/h. Allergiker, Raucher oder Haushalte mit Haustieren sollten am oberen Ende planen. Die folgende Tabelle gibt eine schnelle Orientierung:

RaumgrößeEmpf. CADR (normal)Empf. CADR (Allergiker)Beispiel-Einsatz
bis 15 m²90–120 m³/h150 m³/hKinderzimmer, Büro
15–25 m²120–180 m³/h240 m³/hSchlafzimmer
25–40 m²180–280 m³/h360 m³/hWohnzimmer
40–60 m²280–400 m³/h480 m³/hGroßer Wohnraum
über 60 m²400+ m³/h2 GeräteLoft, Gewerbe

Luftwechselrate (ACH) — das Maß für Allergiker

Hinter der Faustregel steckt die Luftwechselrate ACH (Air Changes per Hour). Sie sagt aus, wie oft das gesamte Luftvolumen eines Raums pro Stunde durch den Filter läuft. Die Formel ist simpel:

ACH = CADR ÷ (Raumfläche × Raumhöhe)

Beispiel: Ein 20-m²-Raum mit 2,5 m Deckenhöhe hat ein Volumen von 50 m³. Ein Gerät mit CADR 200 m³/h erreicht hier 200 ÷ 50 = ACH 4 — also vier komplette Luftwechsel pro Stunde. Für normale Wohnräume gelten ACH 2–3 als ausreichend; Allergiker und Asthmatiker streben ACH 4–5 an, weil so Pollen und Feinstaub kaum Zeit haben, sich abzusetzen. Wer empfindlich reagiert, sollte den Luftreiniger also bewusst eine Nummer größer wählen.

CADR-Rechner — drei konkrete Beispiele

So rechnen Sie für Ihren eigenen Raum:

  • Schlafzimmer 16 m², 2,5 m hoch (40 m³): Für ACH 4 brauchen Sie 40 × 4 = CADR 160 m³/h. Ein leises Gerät der 240-m³/h-Klasse läuft hier nachts auf niedriger Stufe und hat trotzdem Reserven.
  • Wohnzimmer 30 m², 2,6 m hoch (78 m³): Für ACH 3 sind 78 × 3 ≈ CADR 234 m³/h nötig. Geräte mit 240–260 m³/h Rauch-CADR passen gut.
  • Allergiker-Wohnung 45 m², 2,5 m hoch (112,5 m³): Für ACH 5 ergeben sich 112,5 × 5 ≈ CADR 560 m³/h — hier sind ein leistungsstarkes Großgerät oder zwei mittlere Geräte sinnvoll.

Mit dieser Rechnung vermeiden Sie den häufigsten Fehler: ein zu kleines Gerät, das zwar günstig ist, den Raum aber nie wirklich sauber bekommt. Welche Modelle für kleine bzw. große Räume passen, zeigen unsere Bestenlisten.

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Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet CADR beim Luftreiniger?
CADR steht für „Clean Air Delivery Rate" und gibt an, wie viel gereinigte Luft ein Gerät pro Stunde liefert — angegeben in m³/h (oder im US-Standard in CFM). Der Wert kombiniert Luftdurchsatz und Filterwirkung: Ein CADR von 300 m³/h bedeutet, dass das Gerät pro Stunde 300 Kubikmeter weitgehend partikelfreie Luft ausgibt. Je höher der CADR, desto schneller wird ein Raum gereinigt.
Wie viel CADR brauche ich für meinen Raum?
Als Faustregel sollte der CADR-Wert in m³/h etwa dem Zwei- bis Dreifachen der Raumgröße in m² entsprechen, damit die Luft mehrere Male pro Stunde umgewälzt wird. Für ein 20-m²-Schlafzimmer reichen rund 120–180 m³/h, für 40 m² Wohnzimmer eher 240–360 m³/h. Allergiker und Raucher sollten am oberen Ende planen, da hier eine höhere Luftwechselrate sinnvoll ist.
Was ist die Luftwechselrate (ACH)?
ACH steht für „Air Changes per Hour" und beschreibt, wie oft das gesamte Luftvolumen eines Raums pro Stunde durch den Reiniger läuft. ACH 2 bedeutet zwei komplette Luftwechsel je Stunde. Für normale Wohnräume gelten ACH 2–3 als ausreichend, Allergiker streben ACH 4–5 an. Die Formel lautet: ACH = CADR ÷ Raumvolumen (Fläche × Raumhöhe).
Ist ein höherer CADR immer besser?
Nicht zwingend. Ein hoher CADR bedeutet meist mehr Luftdurchsatz — und damit oft mehr Lautstärke und Stromverbrauch auf der Höchststufe. Sinnvoll ist ein Gerät, dessen Maximal-CADR Reserven für Ihren Raum bietet, das aber auch eine leise Stufe für den Dauerbetrieb hat. So reinigen Sie nachts leise und können bei Bedarf hochschalten.
Unterscheidet sich der CADR je nach Partikelart?
Ja. Seriöse Hersteller geben oft getrennte CADR-Werte für Pollen, Staub und Rauch an, weil kleinere Partikel (Rauch) schwerer zu filtern sind als größere (Pollen). Der Rauch-CADR ist meist der niedrigste und damit der ehrlichste Vergleichswert. Achten Sie darauf, ob ein Hersteller den Pollen-CADR (höchster Wert) oder den Rauch-CADR angibt.

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