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Ratgeber · Grundlagen

Luftfilter oder Luftreiniger? Begriffe, Filterklassen und Kaufkriterien

Aktualisiert: Oktober 2026 · Lesezeit: 7 Min.

Wer „Luftfilter fürs Büro“, „Luftfilter für die Wohnung“ oder „Raumluftfilter“ sucht, landet bei sehr unterschiedlichen Produkten: mobilen Geräten, Ersatzfiltern, Filtern für Lüftungsanlagen oder dem Pollenfilter im Auto. Diese Seite sortiert die Begriffe, erklärt die zwei Normen, auf die sich Filterklassen beziehen, und nennt die Angaben, nach denen Sie ein Datenblatt lesen sollten. Es geht um die Luft im Raum – nicht um Wirkungen auf Personen.

Die Begriffe im Überblick

BegriffGemeint ist meistTypische Kennzahl
LuftreinigerMobiles Gerät mit Lüfter und Filter, das Raumluft im Umluftbetrieb filtertCADR (m³/h), Filterklasse, dB
Luftfilter (Alltagssprache)Dasselbe Gerät – oder das Ersatzteil im GerätPassend zum Modell, Filterklasse
Raumluftfilter / RaumluftreinigerMeist ebenfalls das mobile Gerät; im Fachbetrieb auch Einbaufilterje nach Produkt
Filter in Lüftungsanlage / KlimagerätFilterstufe der RaumlufttechnikGruppe nach ISO 16890 (z. B. ePM1 60 %)
Schwebstofffilter (HEPA)Hochwirksamer Partikelfilter, im mobilen Gerät oder in Reinraum-TechnikKlasse nach EN 1822 / ISO 29463 (z. B. H13)
AktivkohlefilterGasfilter für Gerüche, kein PartikelfilterKohlemenge, Herstellerintervall
Luftwäscher / LuftbefeuchterAndere Geräteart (Wasser), Vergleich LuftwäscherVerdunstungsleistung

Zwei Normenwelten: ISO 16890 und EN 1822

ISO 16890: Filter für Lüftungs- und Klimaanlagen

Die ISO 16890 klassifiziert Luftfilter der allgemeinen Raumlufttechnik nach ihrem Abscheidegrad für Partikelgrößen zwischen etwa 0,3 und 10 µm. Es gibt vier Gruppen: ePM1, ePM2,5, ePM10 und Coarse (Grobstaub). Eine ePM-Gruppe wird vergeben, wenn der Filter für diese Partikelgröße mindestens 50 % erreicht; angegeben wird der Wert in 5-%-Stufen, etwa „ePM2,5 65 %“. Die Norm hat die frühere EN 779 mit Klassen wie M5 oder F7 abgelöst, die Klassen lassen sich nicht eins zu eins umrechnen.

EN 1822 und ISO 29463: Schwebstofffilter (EPA, HEPA, ULPA)

Für sehr effiziente Filter gilt die Reihe EN 1822, die mit der internationalen ISO 29463 zusammengeführt wird. Die Klassen werden anhand der Partikelgröße bestimmt, die der Filter am schlechtesten abscheidet (MPPS, Most Penetrating Particle Size, bei Glasfasermedien meist zwischen 0,1 und 0,25 µm). Eingeteilt wird in EPA (E10–E12), HEPA (H13, H14) und ULPA (U15 und höher). H13 steht dabei für einen Gesamtabscheidegrad von mindestens 99,95 %, H14 für mindestens 99,995 %.

Mit „HEPA“ wird auch außerhalb dieser Norm geworben. Eine Angabe wie „99,97 % bei 0,3 µm“ stammt aus der US-amerikanischen Definition mit anderer Prüfgröße und lässt sich nicht ohne Weiteres mit den europäischen Klassen gleichsetzen. Zuverlässig vergleichbar sind nur Geräte, die eine Klasse ausweisen. Hintergründe zur Auswahl: H13 vs. H14 und echten HEPA-Filter erkennen.

Mobiles Gerät oder Filter in der Lüftungsanlage?

Die Unterschiede ergeben sich aus der Aufgabe. Eine Lüftungsanlage tauscht Luft aus: Sie führt Außenluft zu, Abluft ab und filtert dabei, was zugeführt wird. Ein mobiler Luftreiniger tauscht nichts aus – er filtert die Luft, die schon im Raum ist, und wälzt sie um. Er senkt deshalb weder CO2 noch Feuchte. Wer eine Lüftungs- oder Klimaanlage hat, kann die Filterstufe der Anlage prüfen lassen (welche Klasse ist eingebaut, welche ist freigegeben?). Ein nachträglicher HEPA-Einbau ist wegen des höheren Druckverlusts nicht ohne Weiteres möglich – das entscheidet der Hersteller oder ein Fachbetrieb. Mehr zur Abgrenzung: Umluftreiniger erklärt.

Geruchsfilter für Lüftungsanlagen arbeiten meist mit Aktivkohle. Sie binden Gase, aber ihre Kapazität ist begrenzt; sinnvolle Wechselintervalle hängen von Anlage, Luftmenge und Belastung ab und stehen in den Herstellerunterlagen. Wie sich Aktivkohle im Gerät verhält, erklärt unser Ratgeber zum Aktivkohlefilter.

Datenblatt lesen: vier Angaben, die zählen

  1. Filterklasse nach Norm (zum Beispiel H13). „HEPA-Typ“ oder Prozentwerte ohne Klasse reichen nicht.
  2. CADR in m³/h: Sie lässt sich mit Ihrem Raumvolumen verrechnen, die Flächenangabe nicht. Rechenweg: CADR-Rechner.
  3. Lautstärke je Stufe mit Angabe, ob in 1 m Abstand gemessen wurde.
  4. Ersatzfilter: Modellbezeichnung, Preis und vom Hersteller genanntes Intervall. Das Zusammenspiel erklärt Folgekosten der Filter.

Beispiel: Gerät und passender Ersatzfilter

Zwei Katalogprodukte als Illustration für den Unterschied zwischen Gerät und Filter. Angaben laut Produkttitel (Herstellerangaben).

Gerät
Levoit Vital 100S HEPA Luftreiniger, CADR 243 m³/h, HEPA- und Aktivkohlefilter, PM2.5 Sensor, App und Alexa

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+ HEPA- und Aktivkohlefilter
+ PM2.5-Sensor, App- und Sprachsteuerung
- Filterwechsel verursacht laufende Folgekosten
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Ersatzfilter
2 Stück Core 300S Ersatzfilter für LEVOIT Core 300 / Core 300S

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+ Zweierpack
+ Laut Titel für Core 300 / Core 300S
- Modellbezeichnung vor dem Kauf mit dem eigenen Gerät abgleichen
- Drittanbieter-Filter: Klassenangabe prüfen
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Häufig gestellte Fragen

Ist ein Luftfilter dasselbe wie ein Luftreiniger?
Im Alltag werden beide Wörter für das ganze Gerät benutzt. Genau genommen ist der Luftfilter das Filtermedium (Bauteil), der Luftreiniger das Gerät mit Lüfter, Gehäuse, Sensorik und mindestens einem Filter. Beim Kauf eines „Luftfilters für die Wohnung“ ist fast immer ein mobiler Luftreiniger gemeint; beim Kauf eines Ersatz-„Luftfilters“ der Filter für ein bestehendes Gerät.
Was bedeutet ePM1, ePM2,5 oder ePM10 bei einem Filter?
Das sind Filtergruppen der Norm ISO 16890 für Luftfilter in der allgemeinen Raumlufttechnik, also Lüftungs- und Klimaanlagen. Die Zahl nennt die Partikelgröße in Mikrometern, auf die sich der Abscheidegrad bezieht; der Prozentwert gibt an, wie viel davon der Filter mindestens zurückhält (in 5-%-Stufen). Die Norm hat die frühere EN 779 mit Klassen wie F7 oder M5 abgelöst; eine direkte Umrechnung ist nicht möglich.
Was bedeuten H13 und H14?
Das sind Klassen für Schwebstofffilter (HEPA) nach EN 1822, die schrittweise durch die ISO-29463-Reihe zusammengeführt wird. H13 steht für einen Gesamtabscheidegrad von mindestens 99,95 %, H14 für mindestens 99,995 %, jeweils bezogen auf die am schwersten abscheidbare Partikelgröße (MPPS). Entscheidend ist, dass die Klasse ausgewiesen ist: „HEPA-Typ“ oder „99 % Filterleistung“ ohne Klassenangabe ist keine Normaussage.
Kann ich einen HEPA-Filter in meine Klimaanlage oder Lüftungsanlage einbauen?
Nicht ohne Weiteres. Dichtere Filter erhöhen den Druckverlust; Lüfter, Gehäuse und Dichtungen müssen dafür ausgelegt sein. Fragen Sie den Hersteller oder einen Fachbetrieb, welche Filterklassen für Ihr Gerät freigegeben sind. Eine einfachere Alternative ist ein separater, mobiler Luftreiniger im Raum.
Gibt es Aktivkohle- oder Geruchsfilter für die Lüftungsanlage?
Ja, für viele Anlagen werden Aktivkohle-Filterstufen angeboten. Sie binden gasförmige Gerüche, ersetzen aber keinen Partikelfilter, und ihre Kapazität ist begrenzt. Welche Stufe für Ihre Anlage vorgesehen ist und in welchem Intervall sie getauscht wird, steht in den Herstellerunterlagen; allgemeine Wechselzeiten ohne Anlagenbezug können wir nicht seriös nennen.
Woran erkenne ich beim Kauf einen brauchbaren Luftreiniger?
An vier Angaben, die das Datenblatt nennen sollte: Filterklasse nach Norm (z. B. H13), CADR in m³/h, Lautstärke je Stufe und die Ersatzfilter samt Preis und Intervall. Fehlt eine dieser Angaben, lässt sich das Gerät nicht belastbar mit anderen vergleichen.

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